Eine große Baustelle mit mehreren Baukränen vor einem klaren blauen Himmel.
Quelle: Pablo Heimplatz auf Unsplash

Unternehmen & Märkte 2026-03-18T14:40:03.570Z Anstieg der Baugenehmigungen ausreichend?

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte heute die Zahlen zu den Baugenehmigungen für Wohnungen im Januar und verkündet einen Anstieg von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) reagieren vorsichtig optimistisch.

Im Januar 2026 wurden laut Destatis 19 500 Wohnungen genehmigt, das sind 1500 mehr als im Januar 2025. Davon entfielen 16 400 Genehmigungen auf Neubauwohnungen. Der stärkste Anstieg wurde hier im Bereich der Zweifamilienhäuser verzeichnet mit einem Plus von 26,1 %. Es folgen Einfamilienhäuser mit 12,6 % und Mehrfamilienhäuser mit 7,1 %, die jedoch trotz des vergleichsweise geringeren Zuwachses mit 10 500 Wohnungen den größten Anteil der insgesamt erteilten Baugenehmigungen ausmachen.

ZDB sieht noch deutlich Luft nach oben

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, begrüßt die positiven Signale des Marktes, aber hält den Anstieg weiterhin für zu gering. „Angesichts des viel größeren Bedarfs müssten es mindestens rund 10 000 Genehmigungen pro Monat mehr sein“, so Pakleppa.

Um den Wohnungsbau noch attraktiver zu machen, fordert er eine Stabilisierung des Zinssatzes seitens der Politik. Das schaffe vor allem Sicherheit für private Bauherren, welche für zwei Drittel aller Wohnungsbauaufträge verantwortlich seien. Außerdem sieht Pakleppa Handlungsbedarf bei Mietwohnungen. „Im Mietwohnungsbau muss auch die Sonder-AfA an den EH 55-Standard gekoppelt werden und das so schnell wie möglich, damit noch in dieser Legislaturperiode deutlich mehr gebaut werden kann.“ Zudem bräuchten Planer und Bauherren endlich einen Standard, der erschwinglich sei: Der Gebäudetyp E sei der richtige Ansatz, aber er müsse bis zum Sommer endlich zur Verfügung stehen. Sonst verpuffe auch dieses Instrument, so Pakleppa abschließend.

HDB besorgt um Energiepreise

Beim HDB spricht man von einem hoffnungsvollen Start ins neue Jahr, wenngleich sich die Zahlen zum Teil weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau befänden. Sorgen bereiten Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB, witterungsbedingte Behinderungen an Baustellen und die Auswirkungen des Krieges in Iran. „Da rund 40 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Diesel entfällt, sind die Unternehmen unmittelbar betroffen. Sollte die Situation weiter anhalten, müssen Lösungen gefunden werden, damit die Risikolast fair verteilt und getragen werden kann“, so Müller.

Quellen: Destatis , ZDB , HDB

zuletzt editiert am 18. März 2026