Das Bürogebäude »ZERO.« in Stuttgart-Möhringen steht kurz vor seiner Eröffnung und ist Teil der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA’27). Nach Einschätzung der beteiligten Planenden handelt es sich um ein Modellprojekt mit einem Schwerpunkt auf klimafreundlichem Bauen, Modularität und technischer Innovation. Das Vorhaben soll zeigen, wie nachhaltige und gleichzeitig effiziente Bauweisen in der Praxis umgesetzt werden können.
Das Gebäude entsteht auf dem früheren Gelände des Stuttgarter Badarmaturenherstellers Hansa. Es befindet sich in einem neu entwickelten, gemischt genutzten Quartier mit Verwaltungsnutzungen und einer Feuerwehrwache. Städtebaulich soll es sich in die Umgebung einfügen. Der Zugang erfolgt über einen Arkadengang mit Holzstützen, der in ein offenes Foyer mit Sitz- und Arbeitsbereichen führt. Natürliche Holzoberflächen prägen die Gestaltung des Innenbereichs.
Modulbauweise und Energiekonzept
Nach Angaben der Projektverantwortlichen wurde das Gebäude innerhalb weniger Monate mithilfe von rund 300 vorgefertigten Raummodulen errichtet. Diese Module entstanden in zwei Holzbaubetrieben unter wetterunabhängigen Bedingungen, wurden zur Baustelle transportiert und dort montiert. Die verwendeten Materialien stammen aus regionaler Holzproduktion. Die Module wurden bereits mit Fassaden ausgestattet, was laut Projektteam zu einer Verkürzung der Bauzeit beigetragen habe. Das Gebäude ist um zwei künftig begrünte Innenhöfe angeordnet und bietet Platz für etwa 400 Arbeitsplätze.
Ein laut Planung integrales Energie- und Lüftungskonzept soll zur Nachhaltigkeit beitragen. Technikintensive Nutzungen wie Konferenzräume, eine Kantine und ein Sportbereich befinden sich im Erdgeschoss. Die darüber liegenden Büroetagen sind flexibel teilbar, mit minimaler Haustechnik ausgestattet und verfügen über natürliche Lüftungselemente wie Lüftungsklappen in den Brüstungen. Ergänzt wird das Konzept durch eine Solaranlage, eine Wärmepumpe sowie einen Eisspeicher.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bauministerin Nicole Razavi besichtigten das nahezu fertiggestellte Gebäude und äußerten sich zustimmend zum Projektansatz. Sie hoben insbesondere die Aspekte Modularität, Baugeschwindigkeit und potenzielle Kostenvorteile hervor. Die Einführung der Typengenehmigung in der Landesbauordnung soll zudem die Realisierung vergleichbarer Vorhaben erleichtern. Die Eröffnung des Gebäudes ist für den 1. Juli 2025 vorgesehen. Bereits am 16. Mai 2025 sind im Rahmen des IBA’27-Festivals Einblicke bei einem Baustellenfest geplant.
